Tiefenschärfe in Videos und digitalen Filmproduktionen – stehen wir am Wendepunkt?

Tiefenschärfe in Film und Videoproduktionen

Die Canon 5D Mark 2 war und ist immer noch eine Revolution für digitale Filmemacher! Nach Jahrzehnten des Fernsehlooks und des Zeilensprungverfahrens war endlich der Filmlook mit weichem Bokeh und geringer Tiefenschärfe auch im Videobereich möglich.

Für viele unabhängige Videoproduzenten und Filmemacher (wie meine bescheidene Wenigkeit) waren Video DSLRs das Tor zur beruflichen und kreativen Verwirklichung.

Der Look ist damals wie heute sehr ansprechend, filmisch, und so viel näher am Film als das frühere Videokameras waren.

Ich arbeite mit meiner 5D2 jetzt seit über 7 Jahren. Ich bin sehr zufrieden mit der Kamera und auch die kleinen schwachstellen, wie Moire in Ziegeldächern oder feinen Strukturen haben mich nie sonderlich gestört. Das gleiche Phänomen kannte ich bereits von weitaus teureren Kameras.

Im Fernsehen hatte das jedoch weniger mit der Kamera sondern mit dem FBAS Sendesignal zu tun, welches durch den Äther gesendet wurde um dann über die Hausantenne zum Fernseher zu gelangen.

Aber auch diese Zeiten sind schon lange vergangen und Antennen an Häusern dienen vielleicht Zugvögeln noch als Rastplatz.

Bei manchen Drehs ist mehr Tiefenschärfe von Vorteil

Aber worauf will ich hinaus. Die Tiefenschärfe, die wir von großformatigen Video Fotoapparaten bekommen sieht wundervoll, kreativ und ästhetisch aus. Ich bin und bleibe ein Fan dieses digitalen Filmlooks!

Aber es ist schon oft vorgekommen, dass bei einem Dreh weniger Tiefenschärfe von Vorteil gewesen wäre. Oder sagen wir es so: Manchmal langt auch etwas weniger Bokeh und dafür etwas mehr Tiefenschärfe.

Für viele Drehs mit Personen und bewegten Objekten oder bewegter Kamera ist dies angenehm.

Mit einer Video DSLR muss man bei kleinen Bewegungen in der Tiefe nach Vorne oder Hinten schon relativ schnell die Schärfe ziehen.

Bei Kameras mit kleineren Sensoren hätte mit von der Tiefenschärfe her mehr Spielraum.

Auch den Ton per XLR Kabel direkt mitaufzuzeichnen kann in sehr vielen Fällen sehr angenehm sein.

Desweiteren kann ein festes Zoom Objektiv einem für die eigene Video Produktion sehr viel Entscheidungen abnehmen.

Nach Jahren mit Video DSLRs denke ich manchmal über eine zweite Kamera aus diesem Bereich nach, die für schnelle Aufnahmen und Nachrichten gut geeignet ist.

In diesem Artikel hatte ich zum Beispiel über die Panasonic AG-DVX200 geschrieben. Diese Kamera arbeitet mit einem 4/3 Zoll Sensor.

Auch Sony hat einen neuen 4K Henkelmann am Start. Die Sony PXW-Z150 arbeitet mit einem 1 Zoll Sensor. Dies ist eine Weiterentwicklung des 1/2 Zoll Sensors, wie er zum Beispiel in der Sony EX1 steckt.

Somit gibt es unterschiedliche Ausrichtungen an professionellen Video Camcordern:

    • Professionelle Video Kameras mit festem Objektiv, XLR Eingängen und ND Filtern. Dies wäre dann für Nachrichten, Reportagen und aktuelles. Relativ kleiner Sensor um die 1 Zoll.
    • Digitale Filmkameras: Spielfilm, Kurzfilm, Szenisches, Werbung. Diese Kameras. Sensorgrößen von 16mm und Super35 mm.
    • Video DSLRs. Professionelles Video in Vollformat 35mm oder APS C. Hochwertige Aufnahmemöglichkeiten in sehr kompaktem Format.

Jede dieser Kamera Typen hat seine Vorteile und seine besonderen Eigenschaften. Man muss nur wissen, welche Themen und Inhalte man filmen möchte und sich dann für einen oder mehrere Kameratypen entscheiden.

Soweit meine Gedanken zu dem Thema – mehr Tiefenschärfe ein Wendepunkt für viele Videoproduzenten und digitalen Filmemacher.


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