Trends in Film und Video Bereich erkennen – Heute schon wissen, was übermorgen richtig ist

Wir als digitale Filmemacher stehen immer vor neuen Entscheidungen. Welche Inhalte möchten die Zuschauer sehen? Welche Zielgruppe hat welche Erwartungen an Videos im Internet, auf Smart TVs und im Kino der Zukunft.

Woran orientiere ich mich. Soll ich meiner eigenen Erfahrung und meinem eigenen Geschmack vertrauen, oder soll darauf warten, dass andere Entscheidungen für mich treffen?

Es ist natürlich immer einfacher auf einen fahrenden Erfolgszug aufzuspringen.

Leider genügt es nicht immer, sich auf die Meinung von Zuschauern zu verlassen.

Hätte man vor 49 Jahren die Zuschauer gefragt, ob man das Farbfernsehen einführen sollte, dann hätten viele Zuschauer in Deutschland gesagt, „ach schwarzweiss langt doch“.

Die Medienbranche ist wie kaum einen andere, von stetigem technischen Wandel und Weiterentwicklungen betroffen.

Man muss Trends erkennen, wenn man sie vor der Nase hat.

Die 5D Mark2 wurde ursprünglich mit 30 Bildern pro Sekunde ausgeliefert.

Erst nach Klagen und Flehen in Online Foren wurden 23,976 fps für die 5D2 freigeschaltet.

Nur 24 Bilder pro Sekunden sehen aus wie Kino, wie wir es kennen und lieben.

Aber manchmal muss man den Blick nach vorne wenden und erkennen, wohin die Reise geht.

Dass in ein paar Jahren 4K Fernsehen der Standard in vielen Wohnzimmern sein wird, davon kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgehen.

Aber die wirklich entscheidende Veränderung und weiterentwicklung des visuellen Mediums wird in der Erhöhung der Bildwiederholungsraten liegen.

Schon im Jahr 2016 kommen immer mehr Kameras mit 60 Bildern pro Sekunde auf den Markt.

Aber das ist nicht der Grund, warum ich 60 fps für den wahren Game Changer halte.

Aus eigener Erfahrung mit meiner GoPro Hero4 weiss ich, dass Videos, die mit 60 Bildern aufgenommen und wiedergegeben werden einen unvergleichlichen 3 dimensionalen und hochmodernen Look haben.

Ganz ohne 3D Brille wird ein völlig neues Seherlebnis präsentiert.

Natürlich liegt in jeder Veränderung und in jedem Wagnis ein gewisses Risiko.

Aber es ist immer eine Typfrage. Kann ich ein Einzelprodukt geistig für die Zukunft skalieren.

Wie wäre das, wenn es irgendwann nur noch 60 Bilder pro Sekunde gäbe?

Würden wir 24 Bilder vermissen? Oder wird dieses Format aus der Zeit als die Bilder laufen lernten einen Ehrenplatz im Museum der Medienformate erhalten.

Ich kann mich noch gut erinnern. die Umstellung von 4:3 Fernsehen auf 16:9 war für viele Zuschauer eine große Umstellung.

Aber inzwischen sind wir auch in diesem gestalterisch sinnvollerem Format angekommen.

Der Vergleich macht Sinn. Auch 4:3 wurde geschaffen, weil andere Formate damals in den 1930er Jahren technisch nicht möglich waren.

Fazit

Man steht als Filmemacher immer vor Entscheidungen gestellt. Welches Format, welche Auflösung, welche Bildwiederholungsrate, welcher Inhalt.

Es ist das Privileg und die Pflicht eines Medienschaffenden diese Entscheidungen für die Zuschauer zu treffen.

Entweder man ist von seiner Sache überzeugt, dann packt man das an und setzt die Sache um. So zum Beispiel ein Video mit 60 Bildern pro Sekunde.

Ist man sich seiner Sache nicht hundertprozentig Sicher, dann wird man anfangen zu schwanken und fällt irgendwann hin.

Das lag dann aber nicht am gemoser der Zuschauer, sondern an der eigenen mangelnden Selbstsicherheit.

Man sollte lieber große Ideen haben und höchste Ziele anstreben, auch wenn das heißt, groß zu scheitern, als immer im lauwarmen Wasser der Meinung anderer hinterherzuschwimmen.

Deshalb muss man heute schon erkennen, was übermorgen richtig ist.

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