Arbeit bei Filmprojekten mit einem Rückstellungsvertrag – so viel habe ich insgesamt in den letzten Jahren verdient.

Arbeiten beim Film mit einem Rückstellungsvertrag

Ich habe in den letzten Jahren öfters einmal bei Filmprojekten auf Rückstellungsbasis mitgearbeitet.

Hier möchte ich mit Euch die Infos teilen, ob sich der Einsatz gelohnt hat und ob ich wieder dieselben Schritte gehen würde.

Neben meiner damaligen Tätigkeit beim Fernsehen liebäugelte ich so um 2006 herum mit einer Karriere beim Film.

Damals wie Heute fanden sich auf crew-united.com zahlreiche Job Angebote von Studentenfilm Produktionen zum Beispiel auch von der Münchner Filmhochschule.

Dort heuerte ich dann als Beleuchter oder Tonangler an.

Die Projekte waren immer sehr professionell organisiert und es war eine sehr gute Erfahrung für mich. Damals wurde noch alles auf Film gedreht und es war noch nicht damit zu rechnen, dass in wenigen Jahren die Video DSLR Revolution einsetzen sollte.

Der erste Weg führte zum Produzenten um dort mein Autogramm unter den Rückstellungsvertrag zu setzen.

Der Rückstellungsvertrag besagt ja, dass ich einen Teil meiner Gage zum Wohl der Produktion aufgebe. In meinem Fall war es immer die volle Gage. Ich habe also umsonst gearbeitet.

Aber ich war sehr interessiert in die filmischen Arbeitsarbläufe hineinzuschnuppern und bei Gefallen einen Fuss in diese Branche zu bekommen.

Ich bin dann beim Fernsehen geblieben. Die Gruppendynamik in Filmteams mit ihren Aufs und Abs lag mir menschlich nicht so. Auch fand ich mich nicht selten als letzter am Filmset anwesend um noch mit aufzuräumen.

Die klugen Teammitglieder hatten sich immer schon einer nach dem Anderen aus dem Staub gemacht.

Aber das ist nicht das Thema.

Ein Rückstellungsvertag besagt nämlich immer auch, dass im Falle eines Verdienstes mit dem Filmprojekt, eine Gage rückwirkend gezahlt wird.

Ich kann jetzt auf eine Hand Voll Filmprojekte zurückblicken.

Wieviel Geld habe ich erhalten?

0 Euro.

Ob die jeweiligen Projekte Geld erwirtschaftet haben oder nicht, habe ich nicht nachgeprüft.

Was ich jedoch aus heutiger Sicht sagen kann, dass ein Rückstellungsvertrag Augenwischerei ist. In Wirklichkeit heißt Arbeiten auf Rückstellung – ich arbeite kostenlos.

Was nicht heißt, dass der Produzent oder Regiesseur nichts verdient haben.

Die Erfahrungen, die ich damals gesammelt habe, prägen meine Einstellung zum Film noch heute.

Wenn mir einer vom coolen Lifestyle im Film erzählt, kann ich nur müde lächeln.

Wenn ich wirklich mit meiner Arbeit in den Medien etwas verdienen möchte, dann ist es wirtschaftlich viel sinnvoller im kleinen Team, wenn nicht sogar als Onemanshow eigene Videoprojekte zu produzieren und diese dann im Internet zu monetarisieren. Dies kann mit Werbung, Video on Demand oder sogar DVDs sein. 

Heute weiß ich, dass dies der richtige Weg ist.

Trotzdem bin ich sehr froh, meine Erfahrungen in unterschiedlichen Filmprojekten gesammelt zu haben.

Und wenn Du nicht viel in Schauspieler oder Moderatoren investieren kannst oder möchtest? Dann tritt selbst in Deinen Videos auf.

Schlussendlich halte ich vielmehr von kleinen Videoprojekten, die meinen Arbeitseinsatz im Laufe der Jahre wieder zurückzahlen, viel mehr, als das prestigeträchtige Filmprojekt, wo mir der Produzent schniefend mitteilt, er hätte kein Geld um mich zu bezahlen.

Ich habe jedenfalls aus meiner harten Arbeit auf Rückstellung noch keinen Pfennig und keinen Cent wiedergesehen.

Wenn Du Dich fortbilden möchtest, dann kann es sich lohnen.

Ansonsten kann ich jedem Medienschaffenden nur empfehlen, eigene Projekte zu realisieren und diese dann zu monetarisieren.

Wenn Du ein Projekt nicht alleine schaffst, dann nimm die Mittel auf und zahle den Teammitgliedern ihre Gage, die zu verhandeln wäre. Aber bitte komm mir nicht nicht mit so einem Rückstellungsvertrag.

 

 

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