Kulturstaatsministerin Monika Grütters fördert Spielfilmvorhaben mit 4,74 Mio. Euro

Am 15. und 16. Juni 2020 fand die Sitzung der Jury für Spielfilmförderung der Staatsministerin für Kultur und Medien statt. Aus 64 Anträgen auf Drehbuchförderung wurden dreizehn Stoffe durch die Jury zur kulturellen Filmförderung vorgeschlagen. Darunter befinden sich u.a. Drehbücher wie „Frère“ von Ulrich Köhler sowie das neue Projekt von Dominik Graf „Liebe in Coppet“ über die französische Schriftstellerin Germaine de Staël. Auch das Drehbuchvorhaben von Thomas Arslan „Verbrannte Erde“, der zweite Teil einer Trilogie nach „Im Schatten“, wird durch BKM unterstützt.

Zudem erhielten von 28 eingereichten Anträgen auf Produktionsförderung zehn Filmvorhaben eine Förderempfehlung. So nimmt sich die Regisseurin Frauke Finsterwalder in „Sisi und ich“ dem Mythos Kaiserin Elisabeth an. Chris Kraus arbeitet in seinem neuen Filmvorhaben „15 Jahre“ an der Fortsetzung seines Kinoerfolgs „Vier Minuten“ und Christoph Hochhäusler erzählt in „Aus dem Leben der Echsen“ in der Tradition französischer Gangsterfilme die Geschichte einer Auftragskillerin.

Den Empfehlungen der unabhängigen Jury folgend, fördert Staatsministerin Monika Grütters die nachfolgend genannten programmfüllenden Spielfilmvorhaben mit insgesamt 4,74 Millionen Euro.



Produktion

„15 Jahre“, Produktionsfirma: Four Minutes Filmproduktion GmbH, Berlin, Autor und Regisseur: Chris Kraus, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Die Pianistin Jenny kommt aus dem Gefängnis. Aber nicht nur sie selbst, auch ihre inneren Dämonen sind plötzlich frei. Das Liebesdrama einer jungen Musikerin über den Kampf mit sich und der Welt, der nach 15 Jahren Haft nicht mehr am Piano entschieden wird.

„Aus dem Leben der Echsen“, Produktionsfirma: Heimatfilm GmbH + CO KG, Köln, Autoren: Ulrich Peltzer, Christoph Hochhäusler, Regisseur: Christoph Hochhäusler, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Tez tötet für Geld. Charles Mahr, ein legendärer Gangster, gibt ihr den Auftrag, den Mord an einem seiner Drogen-Kuriere zu rächen. Schnell gerät sie in das Dickicht einer Intrige, in der sie selbst zur Gejagten wird. Tez muss sich entscheiden, wessen Werkzeug sie sein möchte.

„Im toten Winkel“, Produktionsfirma: mîtosfilm GbR, Berlin, Autorin und Regisseurin: Ayse Polat, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Der Mystery-Thriller erzählt vom Verschwinden des deutschen Dokumentarfilmers Martin, des türkischen Geheimagenten Zafer und der kurdischen Übersetzerin Leyla in Diyarbakir, im Südosten der Türkei.

„Maysoon“, Produktionsfirma: watchmen productions GmbH, Berlin, Autorin und Regisseurin: Nancy Biniadaki, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Das Leben der jungen Ägypterin Maysoon in Berlin droht zu zerbrechen, als ihr Lebensgefährte und Vater ihrer Kinder sie für eine andere Frau verlässt. Verdrängte Ereignisse ihrer politischen Vergangenheit holen sie ein und sie muss nicht nur um ihre Kinder, sondern auch um ihre Freiheit fürchten.

„Sisi und ich“, Produktionsfirma: Walker + Worm Film GmbH & Co. KG, München, Autoren: Christian Kracht, Frauke Finsterwalder, Regisseurin: Frauke Finsterwalder, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Gräfin Irma wird zur Hofdame von Kaiserin Elisabeth berufen und ist sofort von der beeindruckenden, aber auch selbstzer-störerischen Sisi fasziniert. Sie gerät immer weiter in ihren Bann, verliebt sich unsterblich in die freie und ungebändigte Kaiserin und unterstützt sie schließlich bei einer folgenschweren Entscheidung.

„Wer gräbt den Bestatter ein?“, Produktionsfirma: Schmidbauer-Film GmbH & Co. KG, Prien am Chiemsee, Autoren: Michael Probst, Tanja, Andreas und Thomas Schmidbauer, Regisseure: Tanja und Andreas Schmidbauer, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Zwei Dörfer buhlen um das Grab des ehemaligen Stummfilm-Sternchens Gaby Gruber, doch mit 114 Jahren denkt die inzwischen älteste Frau Deutschlands noch lange nicht ans Sterben. Als Bestatter Bartl unerwartet verstirbt, sehen sich Gärtner Gert und Müllfahrer Ralph plötzlich mit neuen Aufgaben konfrontiert.

„Axiom“, Produktionsfirma: Bon Voyage Films GmbH, Hamburg, Autor und Regisseur: Jöns Jönsson, Fördersumme: 450.000 Euro.
Inhalt: Erzählt wird die Geschichte des notorischen Lügners Julius, einem sogenannten „Pseudologen“, der sich in seinem Netz aus Lügen verfängt, während sich das gesellschaftliche Korsett immer enger um ihn schnürt.

„Schweigend steht der Wald“, Produktionsfirma: Poison GmbH, Berlin, Autor: Wolfram Fleischhauer, Regisseurin: Saralisa Volm, Fördersumme: 350.000 Euro.
Inhalt: Anja Grimm kehrt in das entlegene Waldgebiet zurück, in dem ihr Vater spurlos verschwand, als sie acht Jahre alt war. Ihr plötzliches Auftauchen löst einen brutalen Mord aus. Störungen im Waldboden und Zeigerpflanzen stoßen die Forstpraktikantin auf die Spur tieferer Schichten von Schuld und Verbrechen und beschwören eine Katastrophe herauf.

„Transit Times“, Produktionsfirma: Weydemann Bros. GmbH, Berlin, Autorin und Regisseurin: Ana-Felicia Scutenicu, Fördersumme: 350.000 Euro.
Inhalt: Ein Jahr im Leben einer Familie in einem typischen Hinterhof im Zentrum der moldawischen Hauptstadt Chisinau in den 90er Jahren: Hier lebt Zina mit ihrem Mann Victor und ihrer Tochter Eva und kämpft wie die anderen Hausbewohner um das finanzielle Überleben der Familie. Durch die Augen der Familie wird von einem Land im Umbruch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erzählt.

„Der Fuchs“, Produktionsfirma: Geißendörfer Pictures GmbH, München, Autor und Regisseur: Adrian Goiginger, Fördersumme: 200.000 Euro.
Inhalt: Franz Streitberger ist Motorradkurier des Österreichischen Bundesheeres, welches mit dem Anschluss in die Wehrmacht eingegliedert wurde. Zu Beginn trifft der junge introvertierte Soldat auf einen verwundeten Fuchswelpen, den er versorgt wie sein eigenes Kind und den er mit in das besetzte Frankreich nimmt. Durch diese sonderbare Freundschaft mit dem Tier holt ihn seine eigene Vergangenheit als verstoßener Bauernsohn langsam ein, vor der er bislang davongelaufen ist.


Drehbuch

„Ein sicherer Ort“, Autorin: Sara Summa, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: ‘Ein sicherer Ort’ spielt in einem verschneiten Wunderland, einer winterlichen Kleinstadt, heimgesucht von Rezession und Trübsal. Der gefrorene See im Zentrum der weißen Landschaft ist der Ort, an dem sich die Liebe zwischen Oliver und Laura geborgen fühlt. Doch bald zeigen sich Risse im Eis.

„Ficken für Freiheit“, Autorin: Hille Norden, Kiel. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Nore will ihr freies Leben genießen. Aber der Missbrauch, den sie als Jugendliche erlebt hat, steht ihr im Weg und beeinflusst noch heute unangenehm oft ihr Handeln. Von ihren Freunden Jonna und Michel überredet, konfrontiert Nore sich mit ihrer Vergangenheit und besiegt ihre Scham mit bitterbösem Humor.

„Frère“, Autor: Ulrich Köhler, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Jean ringt um seine Identität – in Togo geboren, lebt er schon so lange in Frankreich, dass Afrika fremd geworden ist. Die Liebe führt ihn nach Berlin. Doch eine Heimat findet er dort auch nicht.

„ISA“, Autor: Tobias Wilhelm, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Isa, ein Romajunge aus der Ukraine, flieht nach dem Tod seines Bruders vor dessen Mördern nach Deutschland und findet dort Zuflucht bei einer Familie, die er schließlich bestiehlt, um seine Geschwister in den Karpaten freizukaufen.

„La Beauté Humaine“, Autoren: Emma Rosa Simon und Robert Bohrer, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Paula (39), lebt in einer nahen Zukunft zurückgezogen auf einem Campingplatz. Sie freundet sich mit der schwerkranken Rosa (51) und ihrem Adoptivsohn Zaid (13) an. Die Dreierkonstellation zerbricht, als Paula und Zaid intim werden. Rosa stirbt.
Paula zerstört, was sie begehrt. Zaid verliert alle Unschuld.

„Liebe in Coppet“, Autor: Dominik Graf, München. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: In dem Film geht es um die heftige, manchmal tumultuarische, jahrzehntelange Liebe zwischen der französischen Schriftstellerin Germaine de Staël und dem gleichfalls berühmten Politiker und Schriftsteller Benjamin Constant, erzählt von der englischen Gesellschafterin und Erzieherin Fanny Randel.

„LoveBots“, Autorinnen: Silke Schulz und Martina Sakova, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Verliebt in einen Roboter – ob das gut geht? Jane und der LoveBot Gregory glauben fest daran und kämpfen für ihre Liebe, als alle sich gegen sie stellen: Die Eltern, die Freunde und sogar die Regierung, die alle Roboter vernichten will, um Arbeitsplätze zu schaffen.

„Der Neck“, Autor: Martin Dolejš, München. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Die junge Hanna beginnt an einem einsamen Ort am Meer eine Affäre mit einem geheimnisvollen, aber äußerst anziehenden Segler. Trotz düsterer Legenden über einen unheimlichen Seemann aus dieser Gegend. Als sie die Affäre beenden will, fürchtet sie bald um ihre Familie – und ihren Verstand!
 
„Staatsschutz“, Autorinnen: Claudia Schaefer und Sun-ju Choi, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Seyo Kim (32), Berlinerin, kommt in einen mittelgroßen Ort in der deutschen Provinz. Sie will ihre Karriere als Staatsanwältin starten, wird aber mit rechtsextremer Gewalt konfrontiert und einer Behörde, die das bagatellisiert oder sogar mitträgt. Eine moderne Fritz Bauer Geschichte.

„Sturzwellen“, Autor: Jonas Rothlaender, Hamburg. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Moritz ist vor Angst wie gelähmt, als ihr Kreuzfahrtschiff auf der Ostsee in einen nächtlichen Sturm gerät. Am nächsten Morgen ist seine Frau spurlos verschwunden. Allein mit seinem kleinen Sohn macht er sich auf die Suche nach Antworten, die ihn aber nur tiefer in den Abgrund zu reißen drohen.

„The doctor say’s, I’ll be alright but I’m feelin blue …“, Autorinnen: Mascha Schilinki und Louise Peter, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: 100 Jahre Leben verschiedener Protagonisten einer Familie auf einem Vierseithof in der Altmark an der Elbe. Von 1900 bis heute verbinden sich, scheinbar voneinander losgelöste, alltägliche Beobachtungen zu einem transgenerativen Portrait. Es ist der Versuch einer Annäherung daran, wie sich inneres Erleben manifestiert und durch die Zeiten hindurch weitergegeben wird.

„Unmögliche Mütter“, Autorin: Susanne Heinrich, Leipzig. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Die drei Mütter Anna, Bea und Carla wohnen im selben Haus. Sie haben einen ganz normalen Tag als Mütter vor sich: Spielplatz, Supermarkt, Frauenberatung, Treffen mit dem Ex. Am Abend dieses Tages werden alle drei tot sein und sich im Himmel erst wirklich begegnen. Eine musikalische Komödie mit surrealistischen Elementen.

„Verbrannte Erde“, Autor: Thomas Arslan, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: ‚Verbrannte Erde‘ ist, nach ‚Im Schatten‘, der zweite Teil einer Trilogie über den Berufsverbrecher Trojan. Zehn Jahre nachdem Trojan nach einem gescheiterten Coup aus Berlin flüchten musste, führt ihn die Not und die Aussicht auf einen neuen Job erneut in die Stadt.


Der Jury Spielfilm gehörten in dieser Sitzung an:
Jan Bonny (Autor, Regisseur/Köln),
Natja Brunckhorst (Autorin, Schauspielerin, Hamburg/München),
Martin Hagemann (Produzent, Berlin),
Michael Meyns (Filmkritiker und -journalist, Berlin).

Der nächste Einreichtermin für Drehbuch- und Produktions-förderung Spielfilm ist der 27. August 2020.

Die aktuellen Filmförderungsrichtlinien, Antragsformulare und Merkblätter sind im Internet unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-kultur-und-medien/medien/filmfoerderungabrufbar.

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